Herr der Ringe - RPG

Ein Rollenspiel in Mittelerde.
 
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Carnesîr
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BeitragThema: Re: Wiesen   Di Aug 18, 2015 8:53 pm

Es war kaum später Nachmittag in den weiten der Steppen und Hügel Rohans und die Sonne brannte hoch über den Köpfen der Händler und Kaufleute, welche eben jene kleine Karawane bildeten.
Es war eine kleine Gesellschaft von 40-50 Männern, Frauen und Kindern, mit gut einem dutzend Planwagen.
Sie waren nicht schnell unterwegs was wohl an dem Mangel richtiger Straßen in der Steppe lag.
Doch nun  wurde die Gruppe noch langsamer ehe der erste Planwagen stoppte und 8 Männer heruntersprangen. Sie trugen leichte Lederkleidung sowie Kurzschwerter und Speere, doch man sah ihnen an das sie keine Krieger waren.
Sie trugen jene Waffen wohl nur zum Schutz vor all den Dingen die in er Wildnis lauerten.
Und man sah ihren Mienen an das dieser Stop ihnen nicht passte, sie fürchteten sich scheinbar vor etwas.
Doch sie hatten etwas gesehen, unweit von ihnen hatten sie ein weißhaariges Mädchen bewusstlos im Gras liegen gesehen. Es schien schwach zu sein, doch sie schienen gute Menschen zu sein, weswegen das Mädchen wohl nicht liegen lassen konnten.
Somit trugen zwei jüngere Männer sie in den ersten Planwagen, in dem außerdem einige junge Frauen saßen.
Das Mädchen wurde sanft auf etwas Stroh gebetet und die Frauen und jungen Mädchen machten sich daran ihr dem gröbsten Schmutz abzuwaschen und ihr ein wenig Wasser zu trinken zu geben, doch sie schien weiterhin bewusstlos.

Von weiterhinten kamen einige Reiter angeritten, sie fürchteten sich ebenfalls sichtlich.
"Warum halten wir an, Hadvar?! Wir sollten hier nicht stehen bleiben, es ist gefährlich!"
Einer der älteren Männer der vom Planwagen gesprungen war und das Mädchen, Ryannen, gefunden hatten schnaubte nur verächtlich und antwortete harsch.
"Nur ein Mädchen das bewusstlos am Wegesrand lag. Vielleicht ist sie vor etwas weggelaufen... wir konnten sie ja schließlich nicht liegen und sterben lassen!"
Der Anführer der Reiter und seine Kameraden wurden daraufhin noch nervöser.
"Alter Narr.... es gibt hier Orks.....wenn das nun eine Falle..."
Doch er konnte nicht weitersprechen den in dem Moment als seine Lippen das nächste Wort formte durchdrang ein schwarzer Pfeil seine Kehle und er sank seitlich von seinem Pferd, sterbend an seinem eigenen Blut erstickend.
Pferde scheuten und Menschen schrien auf, als eben jene erwähnmten Orks, sowohl zu Fuss als auch auf Wargen über die Hügel zu ihrer rechten Seite drängten und diesen Flecken in Blut tränkten.

Die Männer wehrten sich unter Leibeskräften, doch es war abzusehen das sie nicht gewinnen konnten und sie wohl alle hier sterben würden. War es wirklich eine Falle gewesen? Nun das wäre ja wohl belanglos, denn bald würden sie alle mit ihren Ahnen speißen.

Oder auch nicht! Denn wie aus dem nichts erschallte ein Horn in der Steppe, ehe sich auf dem linksseitigen Hügel die Schatten einiger Reiter erhoben.
Sie saßen dort oben hoch zu Ross, mit dem Licht der Sonne in ihrem Rücken, erstrahlten ihre ohne hin glänzenden Rüstungen wie die Sterne.
Und man sollte nur einen Befehl hören, der vom Wind über die Weiten der Steppe getragen wurde, bevor wieder das Horn erschallte.
"Ollog HAI!"
Dann stürmte die Pferde der lichten Reiter los, hinein in die Orks, welche bereits daran waren ihre Beine in die Hand zu nehmen.
Erst jetzt mochte man erahnen was passiert war, es waren Elbenkrieger die den armen Männern und Frauen, die grade überfallen wurden, zur Hilfe kamen.
Dies war ungewöhnlich denn sie waren weit ab von jedem Elbenreich und es war keine Reisegesellschaft, denn sie waren in voller Kriegsmontur unterwegs.
Angeführt von einem weißhaarigen Elben, der immer noch auf seinem Pferd sitzend, oben auf dem Hügel stand und das Horn bließ.
Ehe er seinen Gefährten nachfolgte um die die Reste der Orkräuber auszulöschen.

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Zuletzt von Carnesîr am Mi Sep 02, 2015 8:12 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Wiesen   Di Aug 18, 2015 10:10 pm

Aduial hatte endlich das Fleckchen erreicht, welches sie sich als Ziel gesetzt hatte. Sie hatte gerade noch genug Zeit gehabt, die kleine Gruppe aus knorrigem Gesträuch einer raschen Inspektion zu unterziehen und einen Blick zu einem weiteren grasigen Hügel zu werfen, dessen Füß unweit ihrer Raststätte begann und der ihr den Blick auf den Horizont versperrte, als sich ihre Nackenhärchen plötzlich sträubten. Ihr Körper reagierte, noch bevor ihre Ohren ihm Anlass dazu gegeben hätten. Aduial spürte, wie sich all ihre Muskeln anspannten und sie in Alarmbereitschaft versetzten, wie ihre Hand sich um den Griff ihres Messers am Gürtel schloss, als wäre sie eine Puppe, deren Fäden mit einem Mal in Höchstegeschwindigkeit bewegt wurden. Erst dann hörte sie den Ton. Ein Klang so klar und hart, dass er sie seltsam erschauern lies- obwohl sie ahnte, dass er aus einiger Entfernung zu ihr dringen musste. Auf dieser Ebene konnte die Quelle dieses Geräusches Meilen weiter weg liegen, als man anhand der Lautstärke vielleicht glauben mochte. Doch es gab keinen Zweifel, was einen solchen Ton hervorgerufen haben könnte. "Ein Horn." schoss es Aduial sofort durch den Kopf.
Und der Klang verhallte nicht. Immer und immer wieder schien jemand in dieses Horn zu stoßen...

Aduials Entscheidung fiel, bevor sie überhaupt angefangen hatte, über Alternativen nachzudenken. Hatte die Wärme der Sonne und die Weite der Ebene sie vorher schläfrig und verträumt gemacht, war sie nun wieder hellwach und völlig auf der Hut. Alle Müdigkeit schien von ihr abzufallen, als sie auf den nahen Hügel zurannte, denn aus dieser Richtung schien der Klang gekommenzu sein.
Kurz bevor sie die Kuppe des Hügels erreichte, duckte sie sich und schob sich tief gebückt weiter, um keine klare Zielscheibe gegen den Himmel abzugeben.
Es dauerte eine Weile, bis sie etwas sah- nicht zuletzt, da die kleine Erhöhung nicht wirklich geeignet war, um nach irgend etwas Ausschau zu halten.
Doch schließlich erblickte sie eine Ansammlung dunkler Gestalten- weiter westlich von ihrem eigenen Standort. Das Gras der Steppe schien in seiner Pracht unterbrochen, als hätten viele Personen sich einen Weg mit großen Lasten darüber gebahnt und die Ansammlung wimmelte seltsam. Es war Bewegung in diesem dunklen Pulk und Aduial meinte, Reiter und Fußvolk erkennen zu können, was allerdings nur an der Geschwindigkeit zu sagen war, mit der sie sich bewegten. Ab und an blitzte etwas Helles aus der Masse heraus und einzelne winzige Pünktchen lösten sich aus dem Pulk und verteilten sich in die Weiten der Ebenen.
Sie hätte höchstens mutmaßen können, was das zu bedeuten hatte und auf Mutmaßungen wollte sie sich im Moment nicht verlassen. Fakt war, dass es gefährlich sein würde, sich dorthin zu begeben. Es konnten Orks sein oder irgend welches wildes Volk, das die Weiten durchquerte. "Aber..." meldete sich eine Stimme in ihrem Hinterkopf "...Orks tragen ganz sicher keine funkelnden Rüstungen. Und du kämst besser voran, wenn du dich jemandem anschließen könntest. Diese Gelegenheit ist einmalig."

Sie zögerte noch einen Moment, dann gab sie sich einen Ruck, kroch wieder hinunter in die flachere Gegend, schlug die ungefähre Richtung des Punktes ein, der die Eintönigkeit der Wiesen durchbrach und rannte los.
Sie spürte, dass die Wärme der Sonne, die um diese Tageszeit sowohl von oben, als auch aus dem Boden drang, schnell ihren Tribut für einen solchen Dauerlauf fordern würden und sie hatte keine Ahnung, wie lange sie das hier durchhalten musste, das die Entfernung für sie kaum abzuschätzen gewesen war. Sie hoffte einfach, dass sie die anderen Reisenden noch erreichen würde....und dass diese sie nicht auf Sicht umbringen würden.
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BeitragThema: Re: Wiesen   Mo Sep 07, 2015 11:45 pm

Die Orks traten bereits die Flucht an, noch bevor viele von ihnen von der elbischen Reitern erschlagen wurden, ihnen schien der Mut zu fehlen, seit das letzte Übel mit Namen Saurons besiegt worden war. Eine Beobachtung die man häufig machen konnte, nur wenige Orkbanden hatten schienen noch den Mut zu haben offen zu kämpfen, nur jene hoch im Norden aus Gundabad waren wohl noch als Kriegerisch zu beschrieben.
Der Rest dieses Abschaums schien nun vermehrt auf Hinterhalte zu setzen und Unbewaffnete zu überfallen.
Doch heute würden sie ausnahmsweise kein Fleisch kriegen, den die ungefähr 50 elbischen Reiter schlugen sie relativ einfach in die Flucht.
Mittlerweile hatte sich der Elb, der das Horn geblasen hatte, ebenfalls dem Getümmel angeschlossen.
Der weißhaarige Elb war einfach in die Meute aus kämpfenden Männern, Elben und mehr oder weniger kämpfenden Orks geritten, war von seinen Pferd gesprungen und hatte einen Ork enthauptet der sich grade auf einen der Männer stürzte, welcher den Treck versuchte zu schützen.
Er hob sich deutlich von seinen Kameraden ab, seine Rüstung war heller, wie aus puren silbrigen Licht, ein weißer Umhang fiel ihm von den Schultern auf welchen die Spritzer von schwarzen Blut noch deutlicher zu sehen waren und sein Haupt wurde von keinem Helm geschützt.
Stattdessen schienen sich die Reiter langsam um ihn zu formieren und die Orks von ihm hinfort zu treiben, während er sich einen Gegner nach dem Anderen suchte und sie erschlug.
Es herrschte scheinbares Chaos, doch die Reiter schienen sehr koordiniert vor zugehen, sie kommunizierten in einer Sprache die dem elbisch sehr ähnlich war, doch auch irgendwie anders war, eine Art Dialekt wahrscheinlich, weswegen selbst wer Elbisch verstand nur raten konnte was sie sich gegenseitig zu riefen.
Der ganze Spuck dauerte jedoch nicht lange, nach weniger als 10 Minuten waren die meisten Orks tot oder geflüchtet und die meisten Männer und Frauen des Konvois noch am Leben.
Nun hatten wohl einige recht unangenehme Verletzungen erlitten und würden Narben davon tragen, aber die Elbenreiter hatten das Schlimmste verhindert.
Während die Reiter die letzten Orks verjagten und die Senke sicherten, war der Weißhaarige mittlerweile dabei den wenigen Verletzten zu helfen, aus der Satteltasche seines Pferdes zauberte er immer wieder ein paar Kräuter und Verbände, bis schließlich die meisten verarztet waren.
Nur zwei Männer der Wache waren von den Orks zuvor getötet worden, bevor ihre Hilfe eingetroffen war, und die sterblichen hatten Glück gehabt das die Gesellschaft des Prinzen hier durch gekommen war, sonst wären es sehr viel mehr Tote geworden.

Zwei weitere Reiter hatten sich mittlerweile von ihren Pferden geschwungen, beide hatten je einen Speer, an dem eine Standarte flattere, in der Hand.
Sie knieten kurz nieder und es wurde kurz weiterhin in einem elbischen Dialekt geredet, bevor sie in das bekannte Westron wechselten das fast jeder in Mittelerde sprach, jedoch behielten sie einen kleinen Dialekt bei.
"Die Dh'oine hatten Glück das ihr in der Nähe wart, Prinz, und das ihr befohlen habt zu helfen."
Der weißhaarige Elb deutete ihnen sich zu erheben, was sie sofort taten, und unterbrach den Reiter daraufhin, der wieder etwas in das Elbische zu rutschen schien.
"Es war unsere Pflicht ihnen zu helfen. Sie bedurften Schutz und wer wären wir, wenn wir ihn nicht gewähren würden. Ich könnte mich kaum Erbe Fingolfins nennen, wenn ich ihnen nicht beigestanden hätte.
Nun tut mir aber den gefallen und lasst und die Leichen beiseite schaffen, diese Männer müssen beerdigt werden und die Leichen der Orks .... werft sie in ein Loch und schüttet es zu."

Der Elbenoffiziere, so schien sich ihre Funktion am ehesten beschreiben, der ins elbische abgerutscht war trat weg und fing an mit der hälfte der Männer zwei Gräber und ein gewaltiges Loch aus zu heben, wie ihm geheißen.
Nun trat der Weißhaarige endlich an die Menschen heran und erkundigte sich nach ihrem Zustand.
"Va'fail, Dh'oine, ich hoffe wir kamen rechtzeitig um allzu großes Leid von euch abzuwenden.
Wir wollen nun rasten, der Toten gedenken und ein Mahl mit euch einnehmen, bevor ihr eure Reise fortführen sollt.
Nolofinwe Eredin gewährt euch Schutz, solange ihr es wünscht. Wir wollen uns um eure Wunden, euren Hunger und eure Trauer kümmern auf das wir sie überdauern."

Es folgten daraufhin einige Gespräche mit den Wagenfahrern, einigen Männern, viele versuchten Danksagungen loszuwerden, vor allem die Frauen.
Die meisten Männer schienen sich einem guten Kampf durch die Elben beraubt oder sich bloß gestellt.
Allmählich legte sich Ruhe über die Senke ehe die Sonne langsam ihre Bahn zog.

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BeitragThema: Re: Wiesen   Di Sep 08, 2015 10:24 pm

Aduial fühlte sich, als würden ihre Muskeln laut schreiend gegen das protestieren, was sie ihnen antat. Ein Dauerlauf war nichts Schlimmes- auch nicht bei relativ hohen Temperaturen. Doch wenn man auch noch auf Geschwindigkeit setzen musste, ausgehungert und müde war...wurde ein solches Unterfangen zu einer Qual. Der Durst, der schon vor einer gefühlten Ewigkeit aufgekommen war, spürte sie kaum noch. Der leichte Schwindel, welcher sich hinter ihrer Stirn eingenistet hatte, hatte von ihr Redeverbot bekommen und trotz der Tatsache, dass es sich bei jedem Atemzug anfühlte, als würde ihr ein Messer in die Seite gerammt, verlangsamte sie ihren Lauf nicht. Sie schaffte es sogar noch, sich über sich selbst zu ärgern. Floss nicht elbisches Blut in ihren Adern und sollte sie nicht ausdauernder sein als jeder Mensch? Sie konnte sich die zahlreichen Ausreden nicht zugestehen, die ihr in den Sinn kamen und der grimmige Ehrgeiz spornte sie an. Vielleicht war es gut, dass sie damit beschäftigt war, über ihre eigene Schwäche nachzugrübeln- denn somit achtete sie weniger auf deren Anzeichen und darauf, wie groß die Entfernung noch zu jenem Ort war, den sie erreichen wollte. Die sanften Hügel raubten ihr die Sicht und immer wieder musste sie sich zwingen, inen solchen ein Stück weit hinaufzurennen, um sich neu orientieren zu können.  All diese Gegebenheiten zehrten stark an ihren Kräften, doch sie war zu stur, um auch nur daran zu denken, aufzugeben.
Sich Stück um Stück weiterkämpfend verdrängte sie jeglichen Gedanken an die Wahrscheinlichkeit, mit welcher ihr Vorhaben gut oder schlecht ausgehen könnte. Mit jedem Mal, das ihr Fuß den Boden berührte konzentrierte sie sich nur noch darauf, dass sie ankommen würde.
Und irgendwann gab ihr Körperseine Proteste auf. Ihre Beine schienen sich nun völlig ohne ihr zutun zu bewegen, jegliche Schmerzen glommen zu einem Minimum herunter, welches sie kaum noch bemerkte, ihre Atmung wurde regelmäßiger und ergiebiger, ihr Kopf wurde leer. Beinahe schien es ihr nun, als würde ihr gesamter Körper von ganz allein alle Arbeit tun- wie eine Marionette. Die eigenen Muskeln brauchte sie gar nicht mehr und sie würde ewig so weiterlaufen können, bis sie einfachumfiel und tot liegen blieb. Aber nicht einmal diese Vorstellung kümmerte sie, denn sie schien in unendlicher Ferne zu liegen. Aduial fühlte kaum noch, wie ihre Füße das Gras berührten und es dauerte eine Weile, bis ihr bewusst wurde, dass das Licht der Sonne allmählich blasser wurde.
Sie kannte diesen Zustand, denn sie hatte ihn schon einige Male erlebt- immer dann, wenn sie über die Grenzen hinausgegangen war, die ihr Körper ihr hatte auferlgen wollen. Beinahe war es, als würde man nach einer solchen Grenzüberschreitung in eine Art Rausch verfallen, eine Trance, die so lange anhielt, bis der Körper nicht mehr nur vorgab, erschöpft zu sein, sondern tatsächlich völlig ausgebrannt war. Dieser Zustand war genau so wunderbar und lebenrettend, wie auch gefährlich, denn in gewisser Weise befand man sich außeralb seiner Selbst.
Beinahe fühlte Aduial sich nun auch schon wie ein Geist- eine unsichtbare, substanzlose Seele, die durch die ewig grünen Steppen Rohans schwebte; ungesehen, ungehört, ohne Ziel und Aufgabe...
Doch sie hatte ein Ziel- dieses Lag vor ihr. Und sie hatte eine Aufgabe- jene, die sie sich selbst auferlegt hatte. Und sie würde ihrem Körper nicht gestatten, zu sterben, bevor sie nicht alles daran gesetzt hatte, diese zu erfüllen. Nicht dass sie befürchtete, dass ihr Tod in Bälde eintreten könnte-die seltsame Trance ließ sie auch ihre Bedenken bezüglich ihres angestrebten Zielpunktes vergessen...zumindets so lange, bis sie ihn deutlich und viel näher, als erwartet plötzlich vor sich sah.
Hatte sie im Lauf geschlafen? Beinahe schien es so, denn als sie gerade erneut einen kleinen Hügel erklomm, traf der Anblick der Wagen und Feuer sie völlig unvorbereitet, als hätte sie nicht im Geringsten damit gerechnet. Wie lange war sie gerannt? Eine Stunde? Einen halben Tag? Ein ganzes Zeitalter? Sie wusste es nicht- doch das plötzliche Auftauchen ihres Zieles brachte sie so sehr aus dem Konzept, dass sie wie angewurzelt stehen blieb und durch die Dämmerung voraus starrte. Sie konnte Menschen sehen, die sich in dem ungeordeten Lager bewegten...und das andere waren eindeutig Elben- dafür hätte sie nicht die edlen Rüstungen sehen müssen, denn der Gang und die Haltung der Gestalten machten diese Tatsache eindeutig. Es herrschte keine rege Betriebsamkeit. Das Lager schien ruhig und schläfrig, aber hier und da waren dennoch vereinzelte Personen zu erkennen oder letzte Gruppen, die um eines der kleinen Feuer versammelt saßen oder zu zweit und zu dritt in der Nähe eines Wagens standen.
Von dem, was sie sah vollkommen abgelenkt, hatte Aduial mit keiner Silbe daran gedacht, dass sie ohne jegliche deckung auf der Kuppe des Hügels stand- deutlich zu sehen trotz der Tatsache, dass der Himmel inzwischen viel dunkler war. Sie hatte auch nicht beachtet, dass ihre neu erungene Ausdauer verfliegen würde, sobald sie anhielt und die Erschöpfung, die ihr Körper ihrem Lauf zu verdanken hatte, brach nun in einer heftigen, schmerzhaften Woge über sie herein. Trotzdem sie versuchte, sich zu kontrollieren, konnte sie nicht verhindern, dass sie sich krampfhaft nach vorn beugte und einige Augenblicke heftig nach Atem ringen musste. Ihre Beine zitterten, doch sie erlaubte ihnen nicht, nachzugeben. Hätte sie sich nicht derart selbst in der Zeit gedrängt- aus Furcht, die Reisenden könnten fort sein, bevor sie sie erreichte, hätte sie bestimmt um einiges länger durchgehalten, da war sie zuversichtlich. Doch siekramte den letzten Rest Trotz hervor, den sie in ihrem Inneren finden konnte und schickte sich an, die letzte Distanz hinter sich zu bringen- so kurz vor ihrem Ziel würde nichts sie dazu bringen, einfach aufzuhören.
Außerdem wusste sie nun, dass sie sich keine allzu großen Sorgen mehr machen musste. Dort unten waren Elben. Das bedeutete, dass sie entweder nichts zu befürchten hatte, oder von einem von ihnen ermordet werden würde- was allemal besser war, als durch die Hand einer widerlichen Ausgeburt der Finsternis zu sterben.
Mit nun viel ruhigeren Schritten näherte sie sich der Senke.
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