Herr der Ringe - RPG

Ein Rollenspiel in Mittelerde.
 
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 Straßen

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BeitragThema: Re: Straßen   Mi Nov 18, 2015 7:44 pm

Das gab ihr den Rest. Die Grenze der Belastbarkeit von Luzillas' ohnehin schon mangelhafter Geduld war soeben überschritten worden. Ruckartig riss sie sich von ihm los und starrte ihn wutentbrannt an. „Jetzt hör mal zu Freundchen: Ja, ich bin eine Diebin und Ja, ich wollte dich auch bestehlen! Na und? Es sieht nicht so aus als hättest du die paar Münzen bitter nötig“, Nein, wer diese Kleidung trug, nagte sicher nicht am Hungertuch. Solche Leute will man allerdings nicht als Feinde... Schon gar nicht, wenn sie tief in ihrem egozentrischen Inneren wusste, dass sie ihm etwas dafür schuldete, dass er sie vor der Stadtwache gerettet hatte. Na und? Er hätte mich auch einfach gehen lassen können! Ich wäre schnell weg und ihn hätte ich sicher nie wieder bestohlen! Trotzdem. Sie würde ihm vorerst nicht an die Gurgel springen. Aber eine Lektion hatte er in jedem Fall verdient. Beim Gedanken daran, freute sie sich jetzt schon. Himmel, ich bin wirklich ein schadenfrohes, primitives Biest! Nicht, dass es Luzilla stören würde... Denn hier meldete sich ihre Sturheit. „Ich habe eine Idee. Ich wollte dich bestehlen, du hast mir geholfen. Aber sein wir ehrlich: Ich will nicht in deiner Schuld stehen und bin dafür, das man das auch anders klären kann.“ Sie holte tief Luft und sah sich ausladend um. Luzilla sprach nicht gern über ihre Heimat, nicht mal mit ihren wenigen Freunden.„Ich komme aus einer Stadt im Norden. Esgaroth. Ein kleines Loch, dass uns im Moment nicht weiter interessiert... Aber dort gibt es eine sehr interessante Art, ähnliche Situationen zu handhaben: Man duelliert sich. Gut, dort prügeln sich die Leute mit toten Karpfen, in diesem Fall bin ich dafür das jeder eine Waffe wählt. Und noch eine Sache: Ich bestimme den Ort!“ Jetzt endlich wandte sie ihm wieder ihr Gesicht zu. Nun, den wusste sie schon. Der einzige Ort, in dem sie einen klaren Vorteil haben würde. Oh ja, dieser Teil würde sogar Spaß machen. „Aber du kannst natürlich auch ablehnen, wenn es ansonsten dein zartes, elbisches Gemüt zu sehr belastet!“, warf sie noch mit einem schiefen, diabolischen Grinsen hinterher. Das würde ihn aus der Reserve locken.
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Caladir
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BeitragThema: Re: Straßen   Mi Jun 08, 2016 6:42 pm

Nach dem missglückten Ausbruchsversuch schienen ihre Entführer das Interesse an Darusir und Loretta verloren zu haben. Während Tagen, Darusir hatte irgendwann aufgehört zu zählen, bestand der einzige Kontakt zur Aussenwelt darin, dass ihnen drei mal täglich eine kleine Schale mit etwas Suppe und Brot vorgelegt wurde. Auch nach Hilfe zu rufen hatte keinen Sinn mehr, da sie nach dem unerfolgreichen Ausbruchsversuch in den Keller des angrenzenden Hauses verfrachtet wurden. Einzig anhand der pünktlich gebrachten Mahlzeiten konnte man noch erraten, um was für einen Tag oder um was für eine Tageszeit es sich handelte.
Irgendwann, Darusir schätzt, dass etwas 3 Wochen seit dem Ausbruchsversuch vergangen waren, betraten zwei in dunklen Kleidern gehüllte Männer den Keller. Beide waren ziemlich kräftig und hatte eine ausdruckslose Mine, zwei Personen, mit denen man sich nicht unbedingt anlegen wollte. Der ältere der beiden, Darusir schätzt ihn auf etwa 40, begann zu sprechen. "Es war nicht einfach, aber wir haben uns jetzt geholt, was uns zusteht. Damit wäre alles geklärt und wir brauchen euch nicht mehr gefangen zu halten." Darusir konnte zwar nur raten, doch er schätzte, dass ihre Entführer sich Zugang zu seinem Büro geschafft hatten und sich dort bedient hatten, schliesslich war es nicht schwer dieses zu finden. So schön der zweite Teil der Aussage auch klang, so wusste Darusir, dass es nur eins bedeuten konnte. Sie waren nutzlos für die Entführer. Und dies widerum bedeutete ihr Todesurteil. Auch das hämische Lächeln des jüngeren der beiden, etwa halb so alt wie der ältere, der inzwischen sein Schwert gezogen hatte, bestärkte Darusir in seiner Vermutung. 
Er hatte nur einen Gedanken: Flucht. Er war Loretta einen auffordernden Blick zu und erhob sich dann blitzschnell. Bevor die beiden Männer auf nur irgendeine Weise reagieren konnte, hatte Darusir die beiden hinter sich gelasen und war nur noch wenige Schritte von der Treppe zum Aufgang entfernt. Die letzten beiden Meter legte er in einem Satz zurück und nahm gleich drei Treppenstufen auf einmal. Einen Blick zurück warf er nicht. Es gab nur etwas, was jetzt zählte, und zwar hier lebend rauszukommen. Darusir hatte die Tür am Ende der Treppe schon fast erreicht, als er plötzlich einen stechenden Schmerz im Rücken verspürte. Darusir hielt inne und sah auf sich hinab. Aus seinem Bauch ragte der vordere Viertelmeter eines Schwertes. Das Weiss seines Hemdes hatte die dunkelrote Farbe seines Blutes angenommen. Langsam spürte er, wie es ihm immer schwerer fiel zu atmen. Alles drehte sich um ihn. Beim versuch sich umzudrehen, rutschte er nur auf der Treppenkante aus und stürzte die Treppe hinunter, was das Schwert in seinem Rücken nur noch mehr verrückte und die Wunde vergrössern liess. Doch das bekam Darusir gar nicht mehr mit.
Darusir hatte sich oft Gedanken gemacht, wie er wohl sterben würde. Wer zwielichtige Geschäfte betrieb musste schliesslich auch immer damit rechnen. Dennoch hatte er sich seinen Tod anders vorgestellt. Irgendwie spektakulärer. Nicht bei einem verzweifelten Fluchtversuch aus einem dunklen Keller. Aber wie das Leben es so wollte, Darusirs Weg endete dort, wo er begonnen hatte: In einem heruntergekommenen Keller in einem der Armenviertel Minas Tiriths.
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Straßen
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